„Leben heißt: Entscheidungen treffen.“

Warum manche auf den Wellenkämmen der Informationsflut erfolgreich schwimmen…

Anlässlich eines Gedankenaustausches von Führungskräften stöhnte einer der Teilnehmer: „Mich macht diese Informationsflut noch wahnsinnig. Was muss ich noch alles lesen und vor allem von wem und wann…?“

Die Klärung einiger Fragen kann helfen, um Dämme gegen die Flut zu errichten:

Wie viele Informationskanäle benötige ich wirklich?
TV, Radio, Email, LinkedIn, Facebook, google+, Xing, Twitter, SMS usw. am PC und am Handy – ergibt 18(!) Notwendigkeiten auf denen kommuniziert wird. Mit jedem zusätzlichen Kanal und mit jedem weiteren Ausgabegerät potenziert sich die Menge jener Information, die schließlich auch bewältigt werden muss. Vieles an diesen Informationen ist nicht nötig oder nicht brauchbar und muss dennoch „bearbeitet“, „beantwortet“ oder zumindest „weggeklickt“ werden. Das sind die wahren Zeitfresser!

Muss ich ständig erreichbar sein?
Erfahrene Führungskräfte legen Kommunikationsfenster fest. Niemand ist immer erreichbar. Schließlich kann man keinen Telefonanruf beantworten, wenn man Besuch hat, beim Kunden sitzt, ein Mitarbeitergespräch führt oder beim Zahnarzt behandelt wird. Die Herausforderung ist vielmehr, wie informiere ich meine Anrufer über meine „Wiederreichbarkeit.

Muss ich meine Emails ständig checken?
Ein Informationsjunkie wird unruhig, wenn sich 10 Minuten am Handy, Tablett oder PC „nichts tut“. Profis aber schalten sämtliche Sounds und Icons zur Ankündigung von Emails aus. Sie wissen, dass diese „Hilfen“ zu permanenten Unterbrechungen ihrer Arbeit führen. Diese dauert dann sehr viel länger, wird fehleranfällig und weniger effizient ausgeführt. Die Emails zu einem festen Zeitpunkt geblockt abarbeiten, reicht in der Regel.

Welche Information benötige ich nicht?
Vielleicht sollten ein paar Fachzeitschriften gekündigt werden, die ohnehin nicht gelesen werden. Emails von nicht gewünschten Absendern können mittels einer selbst erstellten Regel vom Programm in den Spamordner geschoben werden. Newsletter können abbestellt werden. Die Handy – Mailbox kann man abschalten. Die wesentlichen Anrufer erkennt man ohnehin am Display oder meldet sich wieder usw. Mit der Guerillataktik – viele Nadelstiche an vielen Orten – geht man hier sicher erfolgreich vor.

Wenn ein Reisender zu einem Zeitungskiosk am Bahnhof geht, um eine Lektüre für die Reise zu kaufen muss er sich, angesichts der Fülle von Möglichkeiten, entscheiden, was er nicht kauft. Genau diese Haltung, ernsthaft auf unsere Informationsflut angewendet, wird eine Verbesserung der Situation schaffen.

Vielleicht ist jetzt Zeit für eine digitale Schlankheitskur? Viel Kraft und vor allem Mut bei der „Entrümpelungsaktion“!